Feste im September

 

Mariä Geburt – Mariä Namen

 

Kreuzerhöhung – Schmerzen Mariens


Erzengelfest


Der Monat September schenkt uns noch einmal einige bedeutende kirchliche Feste.
Das Fest der Geburt der Gottesmutter feiert die Kirche am 8. September. Neun Monate vorher, am 8. Dezember feierte die Kirche die Unbefleckte Empfängnis Mariens, da nach kirchlicher Lehre die Gottesmutter vom ersten Augenblick ihrer Existenz, ihrer Empfängnis im Schoße ihrer Mutter Anna, durch einen Akt besonderer göttlicher Gnade, von der Erbsünde frei war. So stehen diese beiden Feste in engstem Zusammenhang. Das Ereignis der Geburt Mariens ist einer der wichtigsten heilsgeschichtlichen Wegpunkte hin auf die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Alle kirchliche Lehre über Maria ist letztlich ausgerichtet auf Jesus Christus. So ist auch die Heiligkeit der Gottesmutter nicht zuerst menschliches Verdienst, sondern der Gnade Gottes geschuldet, der sich in Maria eine angemessene Wohnung erwählt hat.
Das Fest Mariä Namen wird am 12. September gefeiert. Mit dem Festinhalt wird daran erinnert, dass der Name die Personalität zum Ausdruck bringt. Während eine Nummer austauschbar ist, drückt der Name eine personale Identität aus. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir!“ (Jes 43,1)
Die Feier des Namens Mariens macht aber auch deutlich, dass mit der Anrufung ihres Namens durch die Gläubigen das feste Vertrauen auf Beistand verbunden ist. Konkret wurde das Fest eingeführt als Dank für den Sieg in der Schlacht am Kahlenberg bei Wien, in der am 12. September 1683 die osmanischen Belagerungstruppen von einem Heer unter Führung des polnischen Königs Johann III. Sobieski geschlagen worden waren. Dem Heer war das Banner mit der Schutzmantelmadonna vorangetragen worden. Papst Innozenz XI. hatte das Fest für den Generalkalender eingeführt, Papst Pius X. hatte den Termin vom Sonntag nach Mariae Geburt dann auf den 12. September verlegt, den eigentlichen Jahrestag der Schlacht.
Am 14. September feiert die Kirche das Fest Kreuzerhöhung. Nach der Auffindung des Kreuzes Jesu durch Kaiserin Helena, der Mutter des römischen Kaisers Konstantins und Bischof Macarius von Jerusalem war die Grabeskirche erbaut und am 13. September 335 eingeweiht worden. Am folgenden Tag wurde den Gläubigen das Kreuz Jesu, hoch erhoben, gezeigt. So ist das Fest Kreuzerhöhung sicherlich zuerst ein Ereignisfest, das an die Weihe der Grabeskirche und den damit verbunden Festlichkeiten erinnert. Es ist aber auch ein österliches Fest außerhalb des Osterfestkreises, da es den Gläubigen den konkreten Ort des Todes und der Auferstehung Jesu verkündet.
Unter dem Kreuz standen Maria, Johannes und die Frauen. Eine jede Mutter wird nachempfinden können, dass der Schmerz der Gottesmutter den Schmerzen Jesu am Kreuz gleichkommt, da eine Mutter die Schmerzen ihres Kindes mitempfindet. Dabei spielt es keine Rolle, dass in diesem Fall das Kind ein erwachsener Mann ist, denn für eine Mutter bleiben die Kinder immer die Kinder. In der Hilflosigkeit, das Geschehen nur mit ansehen zu können, erfüllt sich die Prophezeiung des greisen Simeon (Lk 2,35), „… dir aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“!
Das Patronatsfest unserer Kirche und unserer Bruderschaft ist untrennbar verbunden mit dem Ereignis des Erdbebens von Lissabon vom Allerheiligentag 1755, bei dem vermutlich 100.000 Menschen ihr Leben verloren. Ganz Europa hat in der Folge dieser Tragödie die Frage gestellt, wie Gott solches Leid zulassen könne. Die Antwort gaben sich die Gründer der Bruderschaft in den Schmerzen der Gottesmutter. Die Erkenntnis, dass aus dem ausgehaltenen Leiden für die Menschheit das Geschenk der Erlösung erwächst, half auch denen, die in der damaligen Zeit vor den Trümmern ihrer Häuser und Familien gestanden haben und sich in der Hilflosigkeit der Schmerzen Marien wiederfanden.
Am 29. September feiert die Kirche die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael.  Engel, lat. angelus, bedeutet zuerst einmal Bote. Damit ist es die Funktion, die den Engel definiert, als einen Boten Gottes. In der Überlieferung der Heiligen Schrift ist Michael der Erzengel, der mit dem Flammenschwert den Eingang zum Paradies bewacht. Gabriel ist der Verkünder der Botschaft an die Gottesmutter, Raphael der Reisebegleiter des Tobias.
Die Vorstellung, dass es in der Schöpfung neben der unbeseelten Materie und den beseelten Lebewesen auch geschaffene reine Geistwesen gibt, hat ihre Wurzeln schon im frühen Judentum. In den Engeln offenbart sich das Heilshandeln Gottes, wie es in den Schriften des Alten und des Neuen Testaments überliefert wird. Seit dem Mittelalter gilt der Erzengel Michael als besonderer Schutzpatron des deutschen Volkes.